Was ist Banduras Theorie des sozialen Lernens?
Um Banduras Theorie zu verstehen, sollten wir uns zunächst mit ihrem Urheber befassen.
Wer ist Albert Bandura?
Albert Bandura, 1925 in Alberta, Kanada, geboren, interessierte sich während seines Studiums der Biowissenschaften an der University of British Columbia für Psychologie (Nabavi, 2012).
Nach seinem Abschluss in Psychologie setzte Bandura sein Studium fort und promovierte 1952 an der Universität von Iowa in klinischer Psychologie. Er wurde 1974 zum Präsidenten der American Psychological Association gewählt und 2004 mit dem Outstanding Lifetime Contribution to Psychology ausgezeichnet (Nabavi, 2012).
In den 1960er Jahren wurde Bandura durch seine Theorie des sozialen Lernens (SLT) bekannt. Sein Ansatz erkannte die Verstärkung und die Bedeutung des Beobachtens, Modellierens und Nachahmens der emotionalen Reaktionen, Einstellungen und Verhaltensweisen anderer beim Lernen (Bandura, 1977a).
1986 entwickelte sich die SLT zur sozial-kognitiven Theorie, die die Idee beinhaltet, dass Lernen in einem sozialen Kontext stattfindet, "mit einer dynamischen und wechselseitigen Interaktion von Person, Umgebung und Verhalten", und einem kognitiven Kontext, der frühere Erfahrungen berücksichtigt, die das Verhalten prägen (LaMorte, 2019).
Aufgrund seiner kontinuierlichen Forschung wurde Bandura unter Akademikern als der Vater der kognitiven Theorie bekannt (Nabavi, 2012).
Was ist die Theorie des sozialen Lernens?
Beim Lernen geht es darum, mit der Umwelt zu interagieren und eine dauerhafte Veränderung des Wissens oder Verhaltens herbeizuführen, die die menschliche Leistung verbessert (Driscoll, 1994).
Nach der SLT von Bandura lernen wir durch die Interaktion mit anderen in einem sozialen Kontext. Wir beobachten, assimilieren und imitieren das Verhalten anderer, wenn wir positive oder lohnende Erfahrungen machen (Nabavi, 2012).
Bandura (1977a) stimmte mit den behavioristischen Lerntheorien der klassischen Konditionierung und der operanten Konditionierung überein, fügte jedoch Folgendes hinzu:
- Zwischen Stimulus und Reaktion finden Vermittlungsprozesse statt.
- Verhalten wird durch Beobachtung der Umwelt erlernt.
Demzufolge beeinflussen sowohl Umwelt- als auch kognitive Faktoren das menschliche Lernen und Verhalten.
Die SLT besagt, dass wir uns Verhaltensweisen durch eine Kombination aus Verstärkung und Nachahmung aneignen, wobei "Nachahmung die Reproduktion des Lernens durch Beobachtung ist" (Gross, 2020, S. 489).
Stufen der Theorie: Ein Diagramm
Banduras Theorie des sozialen Lernens bietet einen hilfreichen Rahmen für das Verständnis, wie ein Individuum durch Beobachtung und Modellierung lernt (Horsburgh & Ippolito, 2018).
Kognitive Prozesse sind von zentraler Bedeutung, da die Lernenden das, was sie sehen, verstehen und verinnerlichen müssen, um das Verhalten zu reproduzieren. Psychologische Verarbeitung ist erforderlich, um Kognition und Verhalten zwischen der Beobachtung und der Ausführung abzustimmen (Horsburgh & Ippolito, 2018).
Das folgende Diagramm stellt die drei miteinander verbundenen Grundthemen der SLT dar: Umweltfaktoren, persönliche Faktoren und Verhaltensfaktoren (modifiziert nach Bandura, 1977b).
Was unsere Leser denken
Was sind die Anwendungen dieser Theorie für
1. Bildung
2. Kindererziehung
3. Einfluss der Medien
4. Therapie und Intervention
Hallo zusammen!
Tolle Frage! Die Theorie des sozialen Lernens von Bandura hat viele praktische Anwendungen im täglichen Leben. Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
1. Bildung:
Schüler lernen viel durch die Beobachtung anderer. Lehrer und Gleichaltrige werden zu wichtigen Vorbildern, und das Vorleben von Fähigkeiten, Denkprozessen und positivem Verhalten kann das Lernen stark beeinflussen. Techniken wie Modellieren, Gruppenarbeit und Videodemonstrationen helfen Schülern, neue Verhaltensweisen durch Beobachtung zu erlernen.
2. Elternschaft:
Kinder ahmen nach, was sie sehen. Eltern, die ruhige Kommunikation, Problemlösung und emotionale Regulierung vorleben, helfen ihren Kindern, dieselben Fähigkeiten zu erlernen. Soziales Lernen erklärt auch, warum konsequentes Modellieren wichtig ist - Kinder achten nicht nur darauf, was Eltern sagen, sondern auch darauf, was sie tun.
3. Medieneinfluss:
Die Medien dienen als "symbolisches Modell". Ob Fernsehen, soziale Medien oder Spiele - Menschen, insbesondere Kinder, ahmen oft Verhaltensweisen nach, für die sie belohnt werden. Aus diesem Grund können positive Vorbilder in den Medien prosoziales Verhalten fördern, während wiederholter Kontakt mit Aggression manchmal aggressive Reaktionen verstärken kann.
4. Therapie und Intervention:
Viele therapeutische Ansätze nutzen das Modellieren, um neue Fähigkeiten zu vermitteln. Die Klienten können einen Therapeuten, einen Gleichaltrigen oder ein Videomodell beobachten, das gesunde Verhaltensweisen demonstriert (z. B. Bewältigungsstrategien, Kommunikation). Die Beobachtung des Erfolgs anderer stärkt auch die Selbstwirksamkeit, die für eine Verhaltensänderung entscheidend ist.
Ich hoffe, dies hilft Ihnen weiter!
Herzliche Grüße,
Lea Silič | Community Manager
Ich war sehr dankbar für diese Lektion, weil sie mich irgendwie angesprochen hat.